Ein Jam ist laut Wikipeda ein zwangloses Zusammenspiel von Musikern, die nicht üblicherweise in einer Band zusammenspielen. Übertragen auf ein modernes Web 2.0 Event könnte man meinen, der InnovationJam ist ein spontaner Chat im Internet über das Thema Innovation. Auch wenn es für die Teilnehmer so wirken mag, ein InnovationJam ist weit mehr als das.
Das beginnt schon mit der Zielsetzung: für einen erfolgreichen Jam muss schon lange vorher festgelegt werden, welche Fragen der Jam beantworten soll, welche Art von Ideen erarbeitet werden und was mit den Ergebnissen anschließend passieren soll. Darauf aufbauend werden die Themenfelder, Kategorien und das Design für das Jam Portal festgelegt und die Kommunikations- und Marketingplanung entwickelt. Nicht jeder potentielle Jam-Teilnehmer ist vertaut mit den Möglichkeiten moderner Web-Technologie und viele müssen zunächst an diese neue Art der Kollaboration herangeführt werden. Das benötigt Zeit und Fingerspitzengefühl.
Damit eine mehrtägige Jam Session mit zehntausenden von Teilnehmern aus hunderten von Organisationen nicht im totalen Chaos endet, muss auch der eigentliche Event im Detail geplant und von geschultem Personal unterstützt werden. Auch wenn modernste Technik dabei hilft, Beiträge automatisch zu analysieren, Tag Clouds zu erstellen und die Suche nach dem Wesentlichen zu vereinfachen, so braucht man doch ein Team von Experten, um die Ideenfindung und Themendiskussion zu unterstützen. Beim InnovationJam 2008 waren das insgesamt ca. 400 Personen, die den Jam im Schichtdienst betreut haben (der Jam war 24×7 weltweit verfügbar). Sogenannte Facilitators haben die Beiträge der Teilnehmer gelesen, mit eigenen Kommentaren und Fragen zur Beteiligung ermutigt und so die Diskussion am Laufen gehalten. Außerdem haben Sie interessante Threads hervorgehoben und wichtige Beiträge an die Jam-Moderatoren und Sponsoren weitergeleitet. Außerdem standen ca. 300 "Subject Matter Experts" bereit, um fachliche Fragen zu beantworten und die inhaltliche Qualität der Diskussionen zu gewährleisten. Hinzu kamen Organisationsteams in allen teilnehmenden Ländern und das zentrale technische Team für den Betrieb des Jams.
Alles in allem eine recht aufwendige und nicht ganz billige Veranstaltung. Aber der Aufwand lohnt, denn anders als bei einer Jamsession mit ein paar Jazzmusikern wird beim InnovationJam echtes Business generiert: 90.000 Teilnehmer aus über 1.000 Unternehmen haben Ideen für neue Produkte und Services oder Verbesserungsvorschläge für bestehende Geschäftsprozesse diskutiert. Mehrfach haben sich auch Kooperationen zwischen Unternehmen angebahnt, um innovative Geschäftsmodelle voranzubringen. So konnte mithilfe des Jams bei einigen Unternehmen die Innovationsagenda neu geschrieben werden.

Mehr Infos zum Jam gibt’s hier: http://www.collaborationjam.com/

One Comment

  • 1 Cem Basman wrote:

    Erinnert mich entfernt irgendwie auch an die Grundideen der StartupWeekends. Spannend.

    30. März 2009 at 19:16 Permalink